Der neue Kongress- und Musikpalast in Bilbao
erhebt sich mit einem dem Andenken seines Standorts treuen Design.
In einer Gegend, die vom Strukturwandel gezeichnet ist bildet
der Konzertsaal zusammen mit dem Guggenheimmuseum eine Achse am
Ufer des Ria de Bilbao. Beide Gebäude haben ihren eigenen unverwechselbaren
Charme. Der Palacio Euskalduna zeichnet sich durch die Kombination
aus dem lichtdurchfluteten Eingangs- und Restaurantbereichs,
gehalten in Glas und Stahl und dem Konzerthaus, in alter Werfttradition
aus Stahlplatten, aus.
Was allgemein für die Orgel zutrifft, gilt
insbesondere auch für deren Aufstellung im Konzertsaal: die akustischen
Gegebenheiten des Raumes und der Standort der Orgel haben entscheidenden
Einfluss auf das klangliche Ergebnis. Die Konzertsaalorgel steht
eigenen musikalischen Ansprüchen und auch besonderen akustischen
Bedingungen gegenüber.
Profunde Kenntnisse einer Orgelbauwerkstatt
an Hand vergleichbarer Projekte mit Konzertsaalorgeln und den
damit verbundenen Erfahrungen sind eine wichtige Voraussetzung
für das Gelingen eines solchen Instruments. Was sind die wichtigen
Ansprüche an die Orgel im Konzertsaal? Welches Musikrepertoire
und nicht zuletzt auch welche Klangvorstellungen sind vornehmliche
zu berücksichtigen, soweit dies zu bestimmen möglich ist?
Es ist ein legitimer Anspruch gerade an die
moderne Konzertsaalorgel, das Musikrepertoire vergangener Stilepochen
überzeugend darstellen zu können. So kann auch die Orgelliteratur
des 17. und 18. Jahrhunderts nicht ausgeschlossen bleiben. In
Ergänzung zu dem vordergründig sinfonischen Charakter der Disposition
werden daher „barocke“ Stimmen in das Gesamtkonzept werkbezogen
integriert und klanglich sensibel berücksichtigt.